Rundfahrt Kölner Häfen
Chronik der SENU-Ndk
Die Senioren-Union Niederkassel auf großer Hafentour
(GBe) Trotz großer Hitze machten sich 32 Teilnehmende der Senioren-Union Niederkassel im Rahmen ihres wirtschafts- und kulturpolitischen Programms auf den Weg zu einer großen Rundfahrt durch die Kölner Häfen mit der „MS Rheinperle“.
Bereits in der Antike war der Rhein ein wichtiger Handelsweg. Seit etwa 50 n. Chr. befand sich an einem alten Rheinarm zwischen Groß St. Martin und der heutigen Philharmonie ein römischer Hafen für den Import von Wein, Öl, Fischsauce und anderen Gütern aus dem mediterranen Raum. Im Mittelalter sicherte das Stapelrecht den Reichtum von Köln und den Status als bedeutenden Handelszentrum nördlich der Alpen. 1898 entstand im Zuge der Industrialisierung der moderne Rheinauhafen. Mit Deutz und Mülheim kamen neue Stadtteile und neue Häfen hinzu. In den 1920er Jahren wurde auf Initiative von Oberbürgermeister Konrad Adenauer mit dem Bau des Hafens Niehl im Kölner Norden begonnen. Heute gehören die Kölner Häfen zum zweitgrößten Binnenhafen Deutschlands. Der Rhein ist die wichtigste Wasserstraße Europas, über ihn werden 80 Prozent der auf Wasserwegen beförderten Güter transportiert.
Anstelle des mittelalterlichen Rheinauhafens an der Rheininsel „Werthchen“ wurde 1896 ein moderner Handelshafen in Betrieb genommen. Dieser verfügte über ein Zollamt, eine Hafenfeuerwache, Lagerhäuser und einen Gleisanschluss an den Godorfer Hafen und war bis 1951 der wichtigste der vier Kölner Häfen. Durch den Ausbau des Hafens Niehl I verlor er zunehmend an Bedeutung, ab 1971 waren die veralteten Hafenanlagen ohne Verwendung. Im Hafenbecken ankern heute Freizeitboote. Das Hafenareal präsentiert sich als attraktives Wohn- und Arbeitsquartier und als beliebter Standort vieler Events. Sein markantes Architekturmerkmal sind die sogenannten Kranhäuser. Diese drei Gebäude, die wie umgedrehte Kräne aussehen, sind ein Wahrzeichen am Rheinufer von Kölns südlicher Altstadt.
In Ergänzung zur Handelsfunktion des Rheinauhafens entstand der Industriehafen in Köln-Deutz, geprägt durch die Großmühle „ Ellmühle“. Die Wasserfläche zwischen dem Poller Werth und dem Deutz-Poller-Ufer bot einen nahezu natürlichen Hafen. Das kleine nördliche Becken diente als Schutzhafen bei Hochwasser. Das südliche
Becken fungierte als Industriehafen mit drei schweren Kränen, zwei Verladebrücken und Silos für Getreide. Auf dem Areal des ehemaligen Industriehafens plant die Stadt Köln ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Schulen, Gastronomie sowie Kultur- und Freizeitangeboten.
Seit 1880 ist der Mülheimer Hafen in Betrieb. Zeitgleich mit der Errichtung eines Schutzhafens vor Hochwasser baute die Stadt Mülheim das nördliche Rheinufer zu einem Hafen für die Betriebe der chemischen Industrie und Maschinenbauindustrie im Mülheimer Süden aus, u.a. für den ehemaligen Weltkonzern „Felten und Guilleaume“. Im Mai 2000 wurde der Güterumschlag beendet, doch der Mülheimer Hafen blieb ein aktiver gewerblicher Hafen. Im westlichen Hafenbecken befinden sich Liegeplätze für Kontroll- und Arbeitsboote von Landes- und Bundesbehörden. Am Ostbecken unterhält seit 1978 die Kölner Schiffswerft Deutz Reparaturplätze für Fracht- und Passagierschiffe. Von 1989 bis 1996 lebte hier die Kelly Family auf einem Hausboot, das heute im Technik-Museum Speyer steht. Auch die Fernsehserie „Die Anrheiner“ wurde hier in der Hafenstrasse gedreht. Die alten Lagerhallen werden heute von Künstlern und für Events genutzt.
Der Niehler Hafen ist mit einer Gesamtfläche von 1,4 Millionen Quadratmetern der größte Kölner Hafen. Nach dem Hochwasser vom Dezember 1740 wurde der Niehler Damm errichtet. 1921 beschloss der Rat der Stadt Köln die Anlage eines Hafens. Bis 1925 war das Hafenbecken I fertiggestellt, bis in die 1950er Jahre wurde der kombinierte Handels- und Industriehafen auf vier Becken erweitert.
Am Lagerhauskai, dem ersten Bauabschnitt des Hafens, stehen Getreidesilos mit Sortier- und Trocknungs- anlagen. Auf einer Freifläche werden Großraum- und Schwertransporte umgeschlagen.
Am Westkai, findet ein sogenannter trimodaler Güterumschlag: hier werden Container zwischen Schiff, Eisenbahn und Lkw verladen. Fünf Kranbrücken heben Container auf LKWs, die beiden Kranbrücken am Kai können parallel Schiffe ent- oder beladen.
Der Stapelkai in Becken 2 mit dem Portalkran über drei Schienenstränge hinweg dient als Containerterminal. Die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen sind durch einen zweimal pro Woche verkehrenden Binnenschiff- Liniendienst angebunden.
Am Hansekai in Becken 3 stehen zwei Trockenumschlaghallen. Des Weiteren werden hier hauptsächlich Schrott, Schüttgut, Flüssigprodukte und die Autos von Ford umgeschlagen.
Der Molenkopf von Becken 4 wird als Liegebecken und Werft für die Fahrgastschiffe der Köln-Düsseldorfer (KD) benutzt. Auf einer Halbinsel zwischen Hafenbecken und Rhein betreibt die RheinEnergie das Heizkraftwerk Niehl. Auf dem Kraftwerkegelände soll die größte Wärmepumpe Europas entstehen, gespeist von der Wärme des Rheinwassers.
Zum Ausklang dieser interessanten Hafenrundfahrt kehrten wir im Brauhaus „Gaffel am Dom“ ein, wo wir uns bei einem kühlen Kölsch ein wenig von der Hitze des Tages erholen konnten.
Interessenten an den Unternehmungen der Senioren-Union können sich gerne unter g.beck@senu-ndk.de informieren.